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Nachtfahrten in der Extremadura

Viele Tiere der Extremadura sind nacht- und dämmerungsaktiv und können somit nur in der Dunkelheit beobachtet werden. Um einige seltene Arten zu sehen, setzten wir uns also bei beginnender Dämmerung ins Auto und fuhren los. Die gezückte Kamera auf den Lichtkegel der Autosscheinwerfer gerichtet, gingen wir auf Fotojagd. Ein Iso-Wert von über 4000 war hier die Standardeinstellung, um brauchbare Belegaufnahmen bei bescheidenen Lichtbedingungen zu bekommen. Charakteristisch für solche Nachtfahrten sind lange Zeitabschnitte, in denen nichts passiert. Umso mehr Freude kommt auf, wenn sich dann ein Tier auf oder neben der Straße zeigt! Neben Rothirsch, Wildschwein, Marder, Wildkatze und Co. zeigen sich auch Reptilien, die sich auf der vom Tag aufgeheizten Straße wärmen und Amphibien, die den Schutz der Nacht zur Wanderung nutzen.


Kreuzkröte (Epidalea calamita)

Nach dem es einige Tage immer mal wieder Regenschauer gab, nutzten viele Amphibien, wie diese Kreuzkröte, die Nacht zur Wanderung zwischen den Gewässern. Sie ließen sich durch Autos, Scheinwerfer oder auch Taschenlampen nicht beirren und waren somit ein geduldiges Fotoobjekt.

Mit einer Körpergröße von 8-9cm bleiben sie kleiner als die bekanntere Erdkröte. In Südeuropa halten Kreuzkröten im Gegensatz zu ihren mitteleuropäischen Artgenossen oft keine Winterruhe.


Rothirsch (Cervus elaphus)

Die wohl häufigste Art, die uns auf unsere Nachtfahrten begegnet ist, war der Rothirsch. Ob direkt im Scheinwerferlicht oder als leuchtende Augen in der Dunkelheit: Die Rothirsche ließen sich kaum von unserer Anwesenheit beirren.

Die Rothirsche der Extremadura sind dabei etwas kleiner als unsere heimischen Vertreter, was wohl eine Anpassung an das heiße und trockene Klima der Extremadura ist.


Wildschwein (Sus scrofa)

Auch Wildschweine kommen in der Extremadura vor und begegneten uns nachts auf der Straße. Dieses Wildschwein verfolgte gerade einen Artgenossen über die Straße und lieferte sich anschließenden eine kleine Rauferei direkt neben unserem Auto am Straßenrand, bevor beide in die Dunkelheit verschwanden.

Die Wildschweine der Extremadura profitieren vor allem von den großen Mengen an Eicheln, die im Herbst von den Steineichen fallen.


Treppennatter (Rhinechis scalaris)

Diese Treppennatter wärmte sich in den frühen Nachtstunden bei etwa 18°C auf dem Asphalt, der noch etwas wärmer als die Umgebung war. Dabei ließ sie sich auch nicht von unserem herannahenden Auto stören. Wir stiegen also aus und legten die etwas träge Schlange zum bestimmen in einen Korb. Wenige Minuten und einigen Scheinangriffen später entließen wir sie wieder in die Freiheit, abseits der Straße.

Die Treppennatter gehört mit einer Länge von bis zu 1,6m zu einer größeren Natternart in Europa und ernährt sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren. Mit ihrer auffälligen Zeichnung gehört sie unserer Meinung nach zu den schönsten Nattern Europas.

 


Wildkatze (Felis sylvestris)

Ein weiteres nächtliches Highlight war sicherlich die Begegnung mit einer Wildkatze. Zunächst sahen wir nur einen Schatten am Straßenrand, der schnell ins Gebüsch huschte. Im Licht unserer Taschenlampe konnten wir noch diese beiden Belegfotos schießen, bevor die Katze in der Dunkelheit verschwand.

Die bei uns in Deutschland äußerst selten gewordene Katze ist auf der Iberischen Halbinsel noch vergleichsweise häufig anzutreffen. Wildkatzen sind deutlich größer und massiger als unsere Hauskatzen, wobei vor allem die großen Ohren und der kurze buschige Schwanz mit schwarzer Spitze auffallen.



Maulwurfsgrille (Gattung Gryllotalpa)

Während einer Nachtwanderung, nach dem Aufstellen einer Wildkamera, wurden wir von einem Grillenkonzert begleitet. 



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